WinGD liefert das weltweit erste mit Ammoniak betriebene Hochseeschiff an Exmar
WinGD, ein Schweizer Unternehmen für Schiffsantriebe, hat nach eigenen Angaben das weltweit erste Hochseeschiff ausgeliefert, das speziell für den Betrieb auf See konzipiert wurde. Ammoniak-Brennstoff an den belgischen Reeder Exmar.
Das Schiff mit dem Namen Antwerpen verfügt über eine Ladekapazität von 46.000 Kubikmetern. Es ist das erste von vier neuen mittelgroßen Ammoniak-Dual-Fuel-Gastankern; die übrigen Schiffe werden ebenfalls nach belgischen Städten benannt.
Das Projekt wurde gemeinsam von WinGD, Exmar, der HD Hyundai Engine & Machinery Division und HD Hyundai Heavy Industries realisiert.

Sebastian Hensel, Vizepräsident für Forschung und Entwicklung bei WinGD, sagte: „Durch die Zusammenführung des Fachwissens der gesamten maritimen Industriekette haben wir bewiesen, dass mit Ammoniak betriebene Antriebssysteme mit sicherer, zuverlässiger und vollautomatisierter Motorentechnologie vom Konzept zur kommerziellen Realität gelangen können.“
Sotiris Topaloglou, globaler Leiter für Test und Validierung bei WinGD, erklärte, dass diese Entwicklung das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung, umfangreicher Tests und strenger Validierungsarbeiten sei. Alle technischen Herausforderungen seien erfolgreich bewältigt worden, und es sei eine Antriebslösung geschaffen worden, die nicht nur sicher und zuverlässig sei, sondern auch die Emissionsreduzierungen ermögliche, die die Schifffahrtsindustrie benötige, um ihr Ziel der Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen.
Das Schiff ist mit einem Zweitaktmotor vom Typ X-DF-A ausgestattet, der mit Ammoniak-Hochdruckeinspritzung arbeitet. Bei Volllastbetrieb wird dem Kraftstoff zusätzlich etwa 5 % Pilotkraftstoff als Zündquelle beigemischt.
Im Januar dieses Jahres absolvierte der Motor erfolgreich die Typgenehmigungs- und Werksabnahmeprüfungen im Motoren- und Maschinenwerk von HD Hyundai Heavy Industries in Südkorea. Der Testprozess wurde von der Klassifikationsgesellschaft Lloyd’s Register begleitet; Vertreter weiterer bedeutender Klassifikationsgesellschaften nahmen ebenfalls teil. Die Durchführung erfolgte unter der Aufsicht von Exmar.